SIMOCODE schützt, steuert und überwacht Ihre Niederspannungsmotoren – und liefert die Diagnosedaten gleich mit. Die passende Schaltanlage mit Motorabgängen in Einschubtechnik projektieren und bauen wir dazu.
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Was ist SIMOCODE?
SIMOCODE (Siemens Motor Management and Control Device) ist ein modulares Motormanagement-System aus der SIRIUS-Familie von Siemens. Es ist für Niederspannungsmotoren mit konstanter Drehzahl gedacht und bildet die intelligente Verbindung zwischen dem übergeordneten Automatisierungssystem und dem einzelnen Motorabzweig. Eingebaut wird es dort, wo der Abzweig sitzt: im Motor Control Center oder in der Niederspannungs-Schaltanlage.
Statt für jede Aufgabe ein eigenes Gerät einzusetzen, fasst Siemens SIMOCODE Schutz, Steuerung, Überwachung und Kommunikation in einem System zusammen:
| Bereich | Aufgabe |
|---|---|
| Schützen | Überlast-, Thermistor-, Erdschluss- und Blockierschutz für den Motor |
| Steuern | Direkt-, Wende-, Stern-Dreieck- und Sanftstarter-Ansteuerung |
| Überwachen | Strom-, Spannungs-, Leistungs- und Betriebsdaten in Echtzeit |
| Kommunizieren | Anbindung an die Leitebene über Bus oder Ethernet |
Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht aus dem Gerät allein, sondern aus der richtigen Projektierung: Erst die passende Parametrierung macht aus dem Modul einen Abzweig, der im Betrieb zuverlässig schützt und verwertbare Daten liefert.
Funktionen von SIMOCODE pro
SIMOCODE pro deckt die Aufgaben eines Motorabzweigs in einem Gerät ab. Die Funktionen lassen sich in drei Gruppen einteilen:
Schutz
Der Motorschutz bildet den Kern. Dazu gehören stromabhängiger Überlastschutz, Thermistor-Motorschutz (Temperaturüberwachung über den Motor-Fühler), Phasenausfall- und Unsymmetrieüberwachung, Blockierschutz sowie Erdschluss- und Stromgrenzwertüberwachung. So bleibt der Motor auch im Fehlerfall geschützt.
Steuerung
SIMOCODE übernimmt die Schaltlogik des Abzweigs – vom einfachen Überlastrelais-Ersatz über Direkt- und Wendestart bis zu Stern-Dreieck-Anlauf und der Ansteuerung von Sanftstartern. Die Steuerfunktionen sind frei parametrierbar und lassen sich an den jeweiligen Antrieb anpassen.
Überwachung und Diagnose
Das System erfasst laufend Messwerte wie Strom, Spannung, Leistung, Energie, Betriebsstunden und die Zahl der Anläufe. Aus diesen Daten entstehen Diagnose- und Wartungsinformationen, mit denen sich beginnende Probleme erkennen lassen, bevor sie zum Stillstand führen – die Grundlage für vorausschauende Wartung.
SIMOCODE-Varianten im Überblick
SIMOCODE pro ist ein modulares System: Ein Grundgerät bildet die Basis und lässt sich je nach Bedarf um Strom-, Spannungs-, Temperatur- und Digitalmodule (3UF7-Reihe) erweitern. Im aktuellen Portfolio stehen drei funktional abgestufte Reihen zur Verfügung, sodass sich je Abzweig genau die Variante wählen lässt, die der Antrieb braucht.
| Variante | Einordnung | Typische Stärke |
|---|---|---|
| SIMOCODE pro S | Basismodell der Einstiegsklasse | Solide Motorsteuerung und -überwachung für Standardabzweige |
| SIMOCODE pro V | Variable Reihe mit vollem Funktionsumfang | Mehr Vielseitigkeit inkl. Spannungs- und Leistungsmessung |
| SIMOCODE M-CP | Kompaktgerät für ausziehbare Einheiten | Optimiert für die Einschubtechnik im Motor Control Center |
Welche Reihe sinnvoll ist, hängt vom Antrieb, von den geforderten Schutz- und Messfunktionen und von der Kommunikationsanbindung ab. Diese Auswahl treffen wir im Rahmen der Projektierung gemeinsam mit Ihnen.
Kommunikation und Parametrierung
Ein wesentlicher Vorteil von SIMOCODE ist die offene Anbindung an die Automatisierung. Je nach Gerätereihe stehen mehrere Schnittstellen zur Verfügung:
PROFINET und PROFIBUS für die klassische Anbindung an die Steuerung, auf Wunsch sicherheitsgerichtet über PROFIsafe
Modbus RTU und EtherNet/IP für Anlagen mit entsprechender Leittechnik
OPC UA für die direkte Datenübergabe an übergeordnete Systeme bis in die Cloud
Parametriert wird SIMOCODE mit der Software SIMOCODE ES, die in das TIA Portal integriert ist. Darüber werden Schutzwerte, Steuerlogik und Meldungen eingestellt und dokumentiert. Wird ein Grundgerät getauscht, lassen sich die gespeicherten Parameter übernehmen, sodass der Abzweig schnell wieder betriebsbereit ist.
SIMOCODE im Motor Control Center
Sein eigentliches Zuhause hat SIMOCODE im Motor Control Center (MCC) – der Schaltanlage, in der die Motorabzweige einer Anlage gebündelt und als Einschubeinheiten ausgeführt sind. Dort ersetzt es eine Reihe einzelner Komponenten und macht aus einem klassischen Abzweig einen intelligenten: Statt vieler Einzelleitungen für Befehle und Meldungen genügt die Busanbindung, was die Verdrahtung spürbar reduziert.
Für die Leitwarte wird jeder Abzweig damit transparent. Betriebszustände, Messwerte und Diagnosen stehen zentral zur Verfügung, ohne dass jemand vor Ort am Schrank ablesen muss. Sollte ein Abzweig defekt sein, lässt sich dieser als Einschub binnen weniger Minuten austauschen und dank des Initialisierungsmoduls mit den richtigen Parametern wieder starten. Das verkürzt die Fehlersuche und erhöht die Verfügbarkeit der Anlage.
Typische Fehler beim Einsatz von SIMOCODE
SIMOCODE entfaltet seinen Nutzen erst, wenn es richtig projektiert und in Betrieb genommen wird. In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Stolperfallen:
Schutzwerte pauschal übernommen: Sind die Parameter nicht auf den realen Motor und seinen Anlauf abgestimmt, schützt der Abzweig entweder zu spät oder löst unnötig aus.
Diagnosedaten ungenutzt: Die Messwerte liegen an, werden aber nicht in die Leittechnik geführt. Das Potenzial für vorausschauende Wartung bleibt liegen.
Selektivität nicht mitgedacht: Ohne Abstimmung mit den vorgelagerten Schutzgeräten ist im Fehlerfall offen, ob wirklich nur der betroffene Abzweig abschaltet.
Festeinbau statt Einschubtechnik: Auch die beste Fehlerdiagnose ist nur dann in der Lage, die Verfügbarkeit zu optimieren, wenn ein Fehler schnell behoben werden kann, z. B. durch Einschubtechnik.
Dokumentation als Nebensache: Fehlt die saubere Parametrier-Dokumentation, wird jede spätere Änderung und jede Prüfung aufwendiger.
Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn Projektierung und Schaltanlagenbau zusammen gedacht werden – genau hier setzt unsere Arbeitsweise an.
Wann sich SIMOCODE lohnt
Nicht jeder Motor braucht ein vollwertiges Motormanagement. Sinnvoll wird SIMOCODE überall dort, wo Verfügbarkeit, Transparenz und Schutz besonders zählen. Typische Anlässe sind:
Kritische Antriebe, deren Ausfall die Produktion stoppt – etwa Pumpen, Ventile oder Förderanlagen
Anlagen mit vielen Motorabzweigen, die zentral überwacht werden sollen
Modernisierung bestehender Schaltanlagen mit dem Ziel, Diagnose und Fernzugriff nachzurüsten
Vorhaben zur Digitalisierung und zum Condition Monitoring, bei denen Betriebsdaten der Motoren benötigt werden
Je höher die Anforderung an Verfügbarkeit und Auswertbarkeit, desto größer der Nutzen gegenüber einer rein konventionellen Abzweiglösung.
Von der Projektierung zur fertigen Schaltanlage
Ein gut projektierter SIMOCODE-Abzweig ist nur so gut wie die Schaltanlage, in der er steckt. Als erster Siemens SIVACON Technology Partner – seit 2002 verbinden wir beides: Wir planen Ihre Motorabzweige mit SIMOCODE und bauen die passende Schaltanlage in Einschubtechnik im eigenen Haus. Sie haben damit einen Ansprechpartner für die gesamte Kette:
Aufnahme Ihrer Anforderungen und der vorhandenen Anlagenstruktur
Auswahl der passenden SIMOCODE-Variante je Motorabzweig
Projektierung des SIMOCODE und der SIVACON S8, abgestimmt auf Schutz und Selektivität
Fertigung der SIVACON S8 Schaltanlage als MCC
Inbetriebnahme und laufender Service
Damit die Abzweige sauber dimensioniert sind, rechnen wir das Netz bei Bedarf vorab durch – siehe Netzberechnung mit SIMARIS. Auf Wunsch sichern wir die Schaltanlage zusätzlich mit aktivem Störlichtbogenschutz ab. Projektierung und Bau bleiben in einer Hand, und Sie sparen sich die Abstimmung zwischen Planer und Errichter.
Ihre Vorteile auf einen Blick
Motorschutz, Steuerung und Diagnose in einem System
Passende SIMOCODE-Variante für jeden Abzweig
Weniger Verdrahtung und volle Transparenz im MCC
Projektierung und Schaltanlagenbau aus einer Hand
Umsetzung als erster Siemens SIVACON Technology Partner – seit 2002
Fazit: SIMOCODE und Schaltanlagenbau aus einer Hand
SIMOCODE macht Motorabzweige sicherer, transparenter und wartungsfreundlicher – vorausgesetzt, Projektierung und Einbau stecken in erfahrenen Händen. Wir verbinden beides: das passend parametrierte Motormanagement und den Bau der Schaltanlage, in der es arbeitet.
Motorschutz, Steuerung und Diagnose richtig parametriert
Passende Gerätereihe für jeden Antrieb ausgewählt
Umsetzung im eigenen MCC- und SIVACON-S8-Schaltanlagenbau
Häufige Fragen (FAQ) zu SIMOCODE
SIMOCODE ist ein Motormanagement-System von Siemens für Niederspannungsmotoren. Es schützt, steuert und überwacht einen Motorabzweig und bindet ihn an das Automatisierungssystem an – meist eingebaut im Motor Control Center oder in der Niederspannungs-Schaltanlage.
SIMOCODE pro S ist das Basismodell der Einstiegsklasse für Standardabzweige. SIMOCODE pro V bietet mehr Vielseitigkeit und vollen Funktionsumfang inklusive Spannungs- und Leistungsmessung. SIMOCODE M-CP ist ein Kompaktgerät, das speziell für die Einschubtechnik in ausziehbaren Einheiten im Motor Control Center optimiert ist.
Dazu gehören Überlastschutz, Thermistor-Motorschutz, Phasenausfall- und Unsymmetrieüberwachung, Blockierschutz sowie Erdschluss- und Stromgrenzwertüberwachung.
Je nach Gerätereihe über PROFINET und PROFIBUS (auf Wunsch sicherheitsgerichtet via PROFIsafe), Modbus RTU, EtherNet/IP sowie OPC UA für die Anbindung bis in die Cloud.
Im Motor Control Center macht SIMOCODE aus jedem Motorabzweig einen intelligenten und dynamischen Abzweig: Es reduziert die Verdrahtung, liefert Messwerte und Diagnosen zentral an die Leitwarte und erhöht so die Verfügbarkeit der Anlage durch Abzweige in Einschubtechnik.
Ja. Wir wählen die passende SIMOCODE-Variante aus, projektieren sie in der SIVACON S8 und fertigen die Schaltanlage im eigenen Haus – von der Projektierung über die Inbetriebnahme bis zum Service.












