Wir planen, bauen und integrieren Niederspannungsschaltanlage mit aktivem Störlichtbogenschutz – für den Schutz Ihrer Mitarbeiter und eine hohe Verfügbarkeit ihrer Anlagen.
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Was ist ein Störlichtbogen?
Ein Störlichtbogen ist eine ungewollte elektrische Entladung zwischen spannungsführenden Teilen einer Anlage. Die Luft wird schlagartig ionisiert, Metall verdampft, und es entsteht ein leitfähiges Plasma mit Temperaturen von mehreren tausend bis zu rund 20.000 Grad Celsius. In Sekundenbruchteilen baut sich ein enormer Druck auf, heiße Gase und glühende Partikel werden aus der Schaltanlage geschleudert.
Im Folgenden geht es um den Schutz der Schaltanlage und der daran arbeitenden Personen – nicht um persönliche Schutzkleidung. Auslöser für einen Störlichtbogen sind meist Fehler im laufenden Betrieb oder bei Arbeiten an der Anlage:
Beschädigte oder gealterte Isolierungen
Lose oder korrodierte Verbindungen
Verschmutzung, Feuchtigkeit oder Fremdkörper
Tierverbiss, etwa durch Nager
Montage- oder Bedienfehler bei Arbeiten unter Spannung
Die Folgen treffen Mensch und Technik zugleich: schwere Verbrennungen und Druckverletzungen auf der einen, eine zerstörte Schaltanlage mit langem Produktionsstillstand auf der anderen Seite.
Warum Störlichtbogenschutz unverzichtbar ist
Störlichtbogenschutz verfolgt zwei Ziele, die sich nicht trennen lassen.
Personenschutz
Beschäftigte, die an oder vor der Anlage arbeiten, müssen vor Hitze, Druck und Schallschock geschützt sein.
Anlagenschutz
Die Schaltanlage und der Betrieb dahinter sollen einen Fehler möglichst unbeschadet überstehen.
Gerade in der Industrie entscheidet die zweite Komponente über echtes Geld. Brennt eine zentrale Niederspannungsschaltanlage aus, steht im Zweifel die gesamte Produktion – Wiederbeschaffung und Ausfallzeit summieren sich schnell. Ein wirksames Schutzkonzept gehört deshalb in jede Gefährdungsbeurteilung und sollte früh in der Planung mit dem Betreiber abgestimmt werden, nicht erst nach dem ersten Schadensfall.
Präventiver, passiver und aktiver Störlichtbogenschutz
Störlichtbogenschutz lässt sich in drei Stufen denken, die sich sinnvoll ergänzen. Die folgende Übersicht ordnet sie ein:
| Schutzartz | Prinzip | Wirkung | Typische Maßnahme |
|---|---|---|---|
| Präventiv | Fehlerursachen vermeiden | Senkt die Eintrittswahrscheinlichkeit | Wartung, Thermografie, qualifizierter Zugang |
| Passiv / konstruktiv | Folgen baulich begrenzen | Lenkt Druck und Gase kontrolliert ab | Druckfeste Kapselung, Abschottung, Druckentlastung |
| Aktiv | Lichtbogen im Entstehen löschen | Begrenzt die freigesetzte Energie am stärksten | Sensorik plus Löschgerät (z. B. DEHNshort) |
Präventive Maßnahmen senken das Risiko, verhindern einen Störlichtbogen aber nie vollständig. Passive Maßnahmen schützen vor allem die Umgebung, indem sie Druck und heiße Gase kontrolliert ableiten – der Lichtbogen selbst brennt jedoch weiter, bis ein Schutzschalter auslöst. Den größten Sprung bringt der aktive Störlichtbogenschutz: Er erkennt den Lichtbogen im Moment der Entstehung und löscht ihn innerhalb weniger Millisekunden, bevor er seine zerstörerische Energie entfalten kann.
Aktiver Störlichtbogenschutz mit DEHNshort
DEHNshort ist ein etabliertes aktives Störlichtbogenschutzsystem für Niederspannungsschaltanlagen. Sein Prinzip ist so wirkungsvoll wie nachvollziehbar: Statt den Lichtbogen nur abzuwarten, wird er gezielt zum Erlöschen gebracht.
Erfassen: Schutzstromwandler registrieren den Überstrom, während Lichtsensoren den extrem hellen Blitz des Störlichtbogens detektieren.
Verknüpfen: Ein elektronisches Erfassungsgerät wertet beide Signale gemeinsam aus – erst wenn Überstrom und Licht zusammentreffen, wird ausgelöst. Das verhindert Fehlauslösungen.
Löschen: Ein Löschgerät erzeugt einen metallischen Kurzschluss parallel zum Störlichtbogen. Die Spannung am Lichtbogen bricht zusammen, er erlischt in wenigen Millisekunden. Anschließend werden die einspeisenden Leistungsschalter automatisch ausgelöst und die Anlage wird freigeschaltet.
Nach Herstellerangaben schützt das System Niederspannungsanlagen bis 690 V und bis zu 110 kA. Es ist nach IEC 61439 bauartgeprüft und VdS-anerkannt (VdS 2344) verfügbar. Ein entscheidender Vorteil gegenüber rein passiven Lösungen: Der Schutz wirkt auch dann, wenn die Schaltschranktür für Arbeiten geöffnet ist. Weil das System modular aufgebaut ist, lässt es sich in neue Anlagen einplanen und in bestehende nachrüsten.
Normen und Schutzklassen beim Störlichtbogenschutz
Welcher Schutz eine Schaltanlage tatsächlich bietet, ist nicht Auslegungssache, sondern durch Normen und Prüfungen definiert. Maßgeblich sind vor allem:
DIN EN IEC 61439-1/-2 (VDE 0660-600): Grundnorm für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen und deren Bauartnachweis. Ihr Anhang unterscheidet Schutzklassen unter Störlichtbogen – vom reinen Personenschutz über die Begrenzung auf bestimmte Bereiche bis zur unmittelbaren Löschung.
IEC TR 61641: beschreibt das Prüfverfahren zum Verhalten einer Schaltanlage im Störlichtbogenfall.
IEC TS 63107: adressiert aktive Störlichtbogenschutzsysteme und deren Zusammenspiel mit der Anlage.
VdS 2344: Grundlage für die Anerkennung von Schutzeinrichtungen durch Sachversicherer – aktive Systeme wie DEHNshort sind hiernach anerkannt.
DGUV Vorschrift 3: verpflichtet zur regelmäßigen Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel.
Norm- und Prüfkonformität sind die Grundlage. Welche Klasse und welche Kombination aus passiven und aktiven Maßnahmen für Ihre Anlage sinnvoll ist, gehört allerdings in fachkundige Hände – hier zahlt sich die Erfahrung aus dem Schaltanlagenbau aus.
Störlichtbogenschutz vom Schaltanlagenbauer
Hersteller liefern das Schutzsystem – den Unterschied macht, wer es richtig in die Anlage bringt. Als erster Siemens SIVACON Technology Partner – seit 2002 bauen wir die Schaltanlage und integrieren den Störlichtbogenschutz aus einer Hand. Sie haben damit einen Ansprechpartner für die gesamte Kette:
Auslegung des Schutzkonzepts aus passiven und aktiven Maßnahmen
Integration in die neue SIVACON S8 Schaltanlage
Prüfung und nachvollziehbare Dokumentation
Gemeinsame Inbetriebnahme mit den Technikern vor Ort
Laufender Service über die gesamte Nutzungsdauer
Ein aktives System wie DEHNshort ist mit Bauartnachweis nach IEC 61439 für SIVACON-Anlagen verfügbar und fügt sich damit ohne Umwege in eine bauartgeprüfte Schaltanlage ein. Ob einzelne Industrie-Schaltanlage oder verkettete Energieverteilung: Planung, Bau und Schutz bleiben in einer Hand, und Sie sparen sich die Abstimmung zwischen Hersteller, Planer und Errichter.
Ihre Vorteile auf einen Blick
Schutz für Mitarbeiter und Anlage in einem Konzept
Aktiver Störlichtbogenschutz, der den Lichtbogen in Millisekunden löscht
Auslegung nach geltenden Normen (IEC 61439, IEC TR 61641, IEC TS 63107)
Planung und Einbau aus einer Hand
Schaltanlagen-Kompetenz aus über 75 Jahren Praxis
Fazit: Störlichtbogenschutz schützt Menschen und Produktion
Ein Störlichtbogen entsteht in Sekundenbruchteilen und richtet enormen Schaden an – an Menschen wie an der Anlage. Wirksamer Schutz kombiniert vorbeugende, bauliche und aktive Maßnahmen, wobei aktive Systeme wie DEHNshort die freigesetzte Energie am stärksten begrenzen. Entscheidend ist, dass Schutz und Schaltanlage zusammen gedacht werden.
Personen- und Anlagenschutz in einem abgestimmten Konzept
Aktiver Schutz, der den Störlichtbogen in Millisekunden löscht
Planung und Integration als Siemens SIVACON Technology Partner
Häufige Fragen (FAQ) zum Störlichtbogenschutz
Ein Störlichtbogen ist eine ungewollte elektrische Entladung zwischen spannungsführenden Teilen. Er entsteht meist durch Isolationsfehler, lose Verbindungen, Verschmutzung oder Fehler bei Arbeiten unter Spannung und erreicht Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius.
Passiver Schutz begrenzt die Folgen baulich, etwa durch Sammelschienenisolierung, Störlichtbogenbarrieren oder Druckentlastung – der Lichtbogen brennt dabei bis zur Abschaltung weiter. Aktiver Schutz erkennt den Lichtbogen im Entstehen und löscht ihn innerhalb weniger Millisekunden.
DEHNshort erfasst über Schutzstromwandler den Überstrom und über Lichtsensoren den Lichtblitz des Störlichtbogens. Treffen beide zusammen, erzeugt ein Löschgerät einen metallischen Kurzschluss parallel zum Lichtbogen, sodass dessen Spannung zusammenbricht und er erlischt.
Maßgeblich sind die IEC 61439-1/-2 (VDE 0660-600) für die Schaltgerätekombination, die IEC TR 61641 für das Verhalten im Störlichtbogenfall sowie die IEC TS 63107 für aktive Schutzsysteme. Die wiederkehrende Prüfung regelt die DGUV Vorschrift 3.
Aktive Systeme bieten den Schutz auch bei geöffneter Tür, etwa während Wartungsarbeiten – ein Vorteil gegenüber rein passiven, auf das geschlossene Gehäuse ausgelegten Maßnahmen.













